Fassgeflüster: Ein erster exklusiver Blick auf den Jahrgang 2025

Zwischen Winterruhe und Hochspannung im Keller
Draußen im Rheingau herrscht gerade die sogenannte Winterruhe. Die Reben stehen kahl in der Landschaft, der Rebschnitt ist in vollem Gange und der Nebel hängt oft tief über dem Rhein. Es wirkt, als würde die Region schlafen. Doch der Schein trügt gewaltig.
Denn während es in den Weinbergen ruhig zugeht, brodelt es in den Kellern. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Wir schreiben Januar 2026. Das bedeutet, dass die Lese des Jahrgangs 2025 nun einige Monate zurückliegt. Für Weinliebhaber ist dies eine der spannendsten Phasen des Jahres. Die Jungweine haben ihre erste Entwicklung hinter sich und die Winzer bekommen langsam eine Ahnung davon, was für ein Potenzial wirklich in den Fässern und Tanks schlummert.
Was sagen die Winzer? Wird 2025 ein Jahrgang für die Ewigkeit oder eher ein "schneller, unkomplizierter Trinkspaß"?
Der Rückblick: Wie war das Weinjahr 2025?
Wir erinnern uns kurz zurück. Das Wetter im letzten Jahr hat für eine echte Achterbahnfahrt gesorgt. Nach einem frühen Start im Frühling folgte ein warmer Sommer, der den Trauben ordentlich Zucker beschert hat. Doch der September wurde zur Zitterpartie: Wegen des einsetzenden Regens mussten viele Winzer eine echte "Turbo-Lese" hinlegen, um die Trauben gesund in den Keller zu bekommen. Genau diese Bedingungen prägen nun den Charakter der Weine.
Die Stimmung im Keller
Wenn man mit den Winzern spricht, ist die Stimmung aktuell erleichtert und qualitätsbewusst. Die Menge ist zwar deutlich kleiner als in den Vorjahren (im Rheingau rund 18 % weniger!), aber dafür stimmt die Qualität. Der Jahrgang 2025 verspricht sehr aromatisch und konzentriert zu werden.
Durch die kleinen Beeren haben wir eine enorme Dichte im Geschmack. Anders als in kühleren Jahren scheint der neue Jahrgang eher durch Fruchtfülle und eine balancierte Säure zu glänzen. Das Motto lautet dieses Jahr ganz klar: "Weniger Menge, mehr Klasse."
Wann können wir probieren?
Noch brauchen die Weine Zeit. Die ersten Gutsweine werden voraussichtlich im März und April gefüllt und kommen pünktlich zu den ersten warmen Tagen auf den Markt. Die großen Lagenweine und Reserven hingegen dürfen noch lange ruhen – manche bis zum Ende des Jahres.
Unser Fazit
Wir halten euch hier und natürlich im Podcast auf dem Laufenden, sobald die ersten Flaschen geöffnet werden. Bis dahin genießen wir die gereiften Schätze aus 2024 und freuen uns auf die konzentrierte Power, die 2025 für uns bereithält.