Wein

Riesling vs. Spätburgunder: Das Duell der Reben

2. Januar 20263 min Lesezeit
Riesling vs. Spätburgunder: Das Duell der Reben - Rheingau Kompass Blog

Hand aufs Herz: Seit ich mich Hals über Kopf in den Rheingau verliebt habe, stehe ich regelmäßig vor einer süßen Qual der Wahl: Weiß oder Rot? Spritzig oder samtig?

Im Rheingau regieren nämlich zwei absolute Platzhirsche. Auf der einen Seite der weltberühmte Riesling, auf der anderen der elegante Spätburgunder (Pinot Noir). Aber was ist eigentlich der Unterschied und wann passt welcher Wein am besten?

Hier ist mein kleiner "Spickzettel" für euch, damit ihr beim nächsten Mal ganz genau wisst, was in eurem Glas landet.

Der King im Weinberg: Riesling

Der Riesling ist der unangefochtene König des Rheingaus (fast 80% der Fläche gehören ihm). Er ist kein Langweiler, sondern ein echtes Energiebündel.

So schmeckt er: Stellt euch vor, ihr beißt in einen knackigen grünen Apfel oder einen Pfirsich. Riesling ist berühmt für seine frische Säure. Aber keine Sorge: Die zieht einem nicht alles zusammen, sondern macht den Wein unglaublich lebendig und erfrischend.

Wann er dein „Perfect Match“ ist: An warmen Tagen auf der Terrasse, zum Anstoßen mit Freunden oder als Begleiter zu leichtem Essen (Sushi, Salat oder Fisch). Er ist der Wachmacher unter den Weinen.

Die elegante Diva: Spätburgunder

Wenn der Riesling der König ist, ist der Spätburgunder die Queen. Besonders rund um Assmannshausen läuft diese rote Rebsorte zur weltweiten Hochform auf.

So schmeckt er: Spätburgunder ist wie eine weiche Samtdecke. Er ist selten schwer oder wuchtig, sondern fein und voller Frucht (denkt an Kirschen, Brombeeren oder einen Hauch Mandel).

Wann er dein „Perfect Match“ ist: Wenn es gemütlich wird! Zum Kaminfeuer, zu einem guten Sonntagsessen oder für tiefe Gespräche am Abend. Er wärmt quasi von innen.

Der Überraschungs-Gast: Blanc de Noirs (Der Friedensstifter)

Und jetzt kommt der Twist, den viele gar nicht auf dem Schirm haben! Was, wenn man die Power der roten Traube will, aber die Leichtigkeit eines Weißweins sucht?

Darf ich vorstellen: Der Blanc de Noirs. Das heißt übersetzt „Weißer aus Schwarzen“. Hier nehmen die Winzer die roten Spätburgunder-Trauben, pressen sie aber ganz schnell und vorsichtig ab, sodass die rote Farbe aus der Schale gar nicht erst in den Saft übergeht.

Warum ihr das probieren müsst: Er verbindet das Beste aus beiden Welten! Er hat die Fülle und die beerige Kraft des Spätburgunders, sieht aber aus wie ein Weißwein und trinkt sich genauso spritzig. Ein genialer Kompromiss, wenn man sich beim "Duell der Reben" einfach nicht entscheiden kann.

Mein Fazit: Warum entscheiden?

Das Wundervolle am Rheingau ist ja: Er zwingt uns nicht zu einer Entscheidung. Er kann beides. Und das in Weltklasse-Qualität.

Für mich als „Wahl-Rheingau-Verliebte“ sieht der perfekte Tag so aus: Wir starten mit einem spritzigen Riesling in den sonnigen Nachmittag und lassen den Tag später mit einem samtigen Spätburgunder ausklingen. Und wenn ich mich gar nicht entscheiden kann? Dann greife ich zum Blanc de Noirs!

Mein Tipp: Probiert euch einfach durch! Und wenn ihr wissen wollt, welcher Winzer welchen Stil am besten kann, dann hört unbedingt in den Rheingau Kompass Podcast rein. Dort verraten die Profis ihre Geheimnisse.

Zum Wohl! 🥂